Ratgeber
Schallschutz im Haus
Diese Maßnahmen lassen sich bereits beim Bau realisieren
Schallschutz im Haus: Warum ist eine ruhige Wohnumgebung so wichtig?
Warum ist eine ruhige Wohnumgebung so wichtig? Lärm beeinträchtigt nicht nur den Schlaf, sondern auch die Konzentration und das Wohlbefinden. Langfristig kann er sogar die Gesundheit schädigen. Studien zeigen: Eine ruhige Wohnumgebung trägt nachweislich zur Stressreduktion bei und schafft ein Gefühl von Sicherheit. Das ist für Familien mit kleinen Kindern ebenso wichtig wie für Bewohner, die im Homeoffice fokussiert arbeiten möchten, oder für ältere Menschen, die ihren Lebensabend in einer ruhigen Umgebung verbringen wollen.
Wer neu baut, kann bereits in der Planungsphase gezielt Maßnahmen zum Schallschutz einplanen. Das erspart spätere Nachbesserungen und verspricht mehr Lebensqualität auf lange Dauer. Investoren sollten zudem beherzigen, dass eine gute Schallisolierung die Zufriedenheit der Mieterinnen und Mieter erhöht und somit ein echtes Argument für eine wertstabile Kapitalanlage darstellt.
Welche Schallarten gibt es und wie können sie gedämmt werden?
Grundrissplanung: Ruhezonen und Lärmquellen clever positionieren
Schon bei der Planung des Grundrisses können erste wichtige Schritte in Richtung eines schallgeschützten Gebäudes unternommen werden. So ist es beispielsweise ratsam, die Positionierung der Räume Folgendes berücksichtigen:
- Nassräume, Technikräume und Hauswirtschaftsbereiche sollten nicht unmittelbar an Schlaf- oder Kinderzimmer angrenzen. Die Geräusche von Wasserleitungen, Waschmaschinen oder Heiztechnik können in Ruheräumen als störend empfunden werden, insbesondere nachts.
- Gleiches gilt für Treppenhäuser und Eingangsbereiche. Andernfalls können Laufgeräusche, Gespräche oder das Zuschlagen von Türen ungewollt in ruhige Räume übertragen werden.
- Idealerweise werden Wohnbereiche und Schlafräume auf die verkehrsberuhigte oder gar -freie Grundstücksseiten gelegt, also abseits von Straßen oder Parkplätzen. So lassen sich Verkehrsgeräusche und Außenlärm von vornherein minimieren.
- Auch Büroräume oder Homeoffice-Zimmer erfordern Ruhe und Konzentration. Aus diesem Grund sollten sie weder direkt neben dem Kinderzimmer noch neben anderen geräuschvollen Räume liegen
- Hobbyräume, in denen musiziert oder handwerklich gearbeitet wird, sollten ebenfalls rücksichtsvoll positioniert werden, um Mitbewohnerinnen und Mitbewohner ebenso wie die Nachbarn in angrenzenden Wohneinheiten nicht zu stören.
Vorteile der Massivbauweise: Schallschutz durch Masse und Struktur
Decken, Böden und Wände: den Schallschutz im Haus bereits im Aufbau mitdenken
Wände: Massivbauwand mit natürlichem Schallschutz
Massive Innen- und Außenwände bieten aufgrund ihrer hohen Dichte einen natürlichen Schutz gegen Luftschall. Doch nicht nur das Material ist entscheidend. Auch die Ausführung hat einen großen Einfluss auf die Effektivität der Dämmung. Mangelhafte Abdichtungen oder fehlerhafte Anschlüsse können die Schallschutzwirkung erheblich mindern. Deshalb sollten Trennwände zwischen Wohneinheiten mindestens zweischalig mit dämmender Trennfuge ausgeführt werden, oder mit einer massiven Kalksteinwand, wie es auch Massivhaus Rhein Lahn macht.
Decken: Trittschall gezielt entkoppeln
Bei Geschossdecken ist vor allem der Schutz vor Trittschall wichtig, um Geräusche zu dämmen, die beispielsweise durch Gehen, Springen oder das Verrücken von Möbeln verursacht werden. Zwar wirkt eine massive Decke bereits dämpfend, doch die Kombination mit einem schwimmenden Estrich – also einer entkoppelten Estrichschicht auf Dämmlage – verbessert den Schallschutz im Haus deutlich. In besonders schallsensiblen Bereichen können zusätzlich eine Trittschalldämmmatte oder eine entkoppelte Unterdecke eingebaut werden.
Böden: Beläge mit schallschluckender Wirkung
Für einen zuverlässigen Schallschutz im Haus sollten Schallbrücken vermieden werden
Schallschutz nachträglich verbessern – geht das?
Ja, auch wenn der Bau des Gebäudes bereits abgeschlossen ist, lässt sich der Schallschutz punktuell verstärken. So sorgen folgende Maßnahmen nachträglich für mehr Ruhe im Haus:
- Akustikplatten dämmen die Innenwände gegen Schall.
- Teppiche, Vorhänge und Möbel verbessern den Raumklang und reduzieren den Nachhall.
- Trittschalldämmung kann bei Renovierungen mit schwimmendem Estrich nachgerüstet werden.